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  FALLSTUDIE ANDREBA: ETHNOGRAPHIE

Die ersten Dokumente einer menschlichen Siedlung in der Region des Alaotra-Sees gehen zurück auf das 16. Jh. Zu dieser Zeit wanderten die Sihanaka, eine ethnische Gruppe, von der Ostküste her in die Region ein. Mahakary war vermutlich die erste Siedlung, die von den Sihanaka erbaut wurde. Von hier aus besiedelten die Sihanaka nach und nach die Ufer des Sees. Zu Beginn des 19. Jh. kam diese Region unter die Vorherrschaft der Hova (eine der drei Kasten der Merina).

Heute findet man rund um den See ein paar wenige historische Relikte, wie zum Beispiel das Haus des Militärkommandanten in Immerimandrozo am nordöstlichen Rand es Alaotra-Sees.
Die beiden ethnischen Gruppen, Sihanaka und Merina, leben hauptsächlich von der Fischerei (Sihanaka) und der Landwirtschaft.
Auch heute noch wird in der Landwirtschaft die „Angady“ eingesetzt: eine traditionelle Handhacke der Merina. So waren sie auch die erste Völkergruppe, welche sich Kenntnisse in der Metallverarbeitung aneignete.

Andreba liegt ca. 20 km nördlich von Ambatondrazaka und gehört zur politischen Gemeinde von Ambatosoratra, die 5'000 Einwohner zählt. Es ist ein typisches Dorf dieser Region: die Population setzt sich aus Sihanakas und Merinas zusammen. Die meisten Männer sind Fischer, während die Frauen die Feldarbeit verrichten oder in der Markthalle des Dorfes Produkte aus der Landwirtschaft oder der Fischerei verkaufen.

Obwohl der Ahnenkult auch heute noch praktiziert wird und die Fombas und Fadys (Gebote und Tabus) respektiert werden, gehören die meisten Einwohner einer der zwei christlichen Kirchen im Dorf an.

Da es im Dorf keine Elektrizität gibt, beginnen die Tagesaktivitäten kurz vor Sonnenaufgang, wenn die ersten Zebus zum Weiden hinausgebracht werden und der Rauch der Holzkohle, die zum Feuern und Kochen benutzt wird, das Dorf einhüllt. Die Aktivitäten enden bei Sonnenuntergang.


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